So arbeitet man im Warschauer Sitz eines amerikanischen Biomedizinunternehmens. Dieses Büro wie ein Labor [FOTOS]
Labordesign, eine strenge Farbpalette und gleichzeitig eine große Küche als Herzstück des Büros und ein multifunktionaler Wellness-Raum. Solche Kontraste finden wir im Büro des Biomedizinunternehmens Exact Sciences.
- Das Büroprojekt von Exact Sciences im Bürogebäude Lixa, entworfen von The Design Group, zeigt, dass bewusstes Design Einschränkungen in Werte verwandeln kann.
- Das Büro hat eine Fläche von knapp 700 m².
- Im Funktionslayout dominieren offene Räume – zwei Open Spaces für Analyseteams, ein dritter, akustisch isolierter Bereich für die Kundendienstabteilung.
- Die Hauptinspirationsquelle der TDG-Architekten für das Exact-Büroprojekt war die Laborumgebung – ihre Funktionalität und Sauberkeit.
- Minimalistische Ästhetik, strenge Palette, Laborinspirationen und ein klares Funktionslayout verbinden sich hier zu einem stimmigen Ganzen.
- Anstelle eines verteilten Coffee-Point-Systems entschied man sich für eine große Küche als Herzstück des Büros.
- Ergänzend zum Funktionslayout ist ein multifunktionaler Wellness-Raum – ein ruhiger, intimer Bereich, der als Erholungs-, Mutter-Kind-Zimmer und Ruhebereich dient.
- Das Motiv des Buchstabens „X“ – der im Firmennamen vorkommt – wurde in das Projekt eingebettet, u. a. durch die Anordnung der individuellen Beleuchtung, die in die akustischen Baffles integriert ist.
Das Büro Exact Sciences, im Warschauer Bürogebäude Lixa gelegen, ist ein Raum, in dem Design wie ein präzise kalibriertes Labor funktioniert – es unterstützt die Konzentration, vereinfacht den Alltag und schafft Vertrauen. Entworfen von The Design Group, ist es eine Antwort auf die globalen Vorgaben des amerikanischen Biomedizinunternehmens und zugleich ein Beweis dafür, dass Einschränkungen zur Quelle gestalterischer Stärke werden können. Minimalistische Ästhetik, strenge Palette, Laborinspirationen und ein klares Funktionslayout verbinden sich hier zu einem stimmigen Ganzen – geschaffen mit Blick auf Konzentration, Klarheit und tägliche Arbeitseffizienz.
Architektur im Dienst der Kohärenz
Die Räume des Büros von Exact Sciences, einem der führenden amerikanischen Biomedizinunternehmen, das auf Krebsdiagnostik spezialisiert ist, sind ein Beispiel für einen Raum, in dem jedes Detail seine Berechtigung hat. Das Projekt, realisiert vom Architektenteam The Design Group, entstand im Warschauer Bürogebäude Lixa D in der Ulica Marcina Kasprzaka. Auf einer Fläche von knapp 700 m² wurde eine Arbeitsumgebung gestaltet, die die globalen Standards der Organisation erfüllt und gleichzeitig auf lokale Nutzerbedürfnisse und geltende Normen eingeht.
Für das Konzept und die Umsetzung war das TDG-Team verantwortlich: Konrad Krusiewicz, Marta Konarska, Natalia Sztandor und Masha Kharchuk. Die Arbeit erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Team von Exact, das für die Entwicklung von Büroräumen weltweit verantwortlich ist. Die Architekten erhielten präzise ästhetische und funktionale Vorgaben, die sowohl das Raumlayout als auch die Materialauswahl und Farbgebung umfassten. Ihre Aufgabe bestand jedoch nicht nur darin, diese Vorgaben getreu umzusetzen, sondern vor allem darin, sie geschickt im lokalen Kontext zu verankern.
Exact Sciences ist eine Organisation, in der der Alltag auf Präzision und Verantwortung basiert. Von Anfang an wussten wir, dass das Büro diese Werte widerspiegeln muss – klar, zurückhaltend, aber in jedem Detail durchdacht – sagt Konrad Krusiewicz, Architekt und CEO von The Design Group.
Für Konzentration und Klarheit gestalteter Büroraum
Das Büro von Exact Sciences wurde als Raum gestaltet, der Effizienz, Konzentration und transparente Kommunikation unterstützt. Im Funktionslayout dominieren offene Bereiche – zwei Open Spaces für Analyseteams, ein dritter, akustisch isolierter Bereich für die Kundendienstabteilung. Ergänzt werden sie durch Managerbüros, eine geschlossene HR-Abteilung, einen Workshop- und Schulungsbereich sowie einen vollständigen Satz Konferenzräume. Das Ganze wurde so geplant, dass es die Nutzer weder visuell noch akustisch ablenkt und gleichzeitig den Arbeitsrhythmus der Teams unterstützt.
Ein vom Kunden von Anfang an betonter Kernwert war Transparenz – auch im wörtlichen Sinne. Unter anderem deshalb wurden die Managerbüros nicht physisch vom Rest des Büros isoliert. Transparente Glaswände wurden eingesetzt, die die Offenheit der Unternehmenskultur unterstreichen. Diese Anordnung und dieses Design fördern den Beziehungsaufbau, verkürzen Distanzen und stärken das Gemeinschaftsgefühl im Team.
Bemerkenswert ist auch der Ansatz bei den Gemeinschaftsfunktionen. Anstelle eines verteilten Coffee-Point-Systems entschied man sich für eine große Küche als Herzstück des Büros.
Diese ist von jedem Teil der Fläche aus gleichermaßen zugänglich, sowohl für operative als auch für Führungsteams. Sie fungiert als echter „sozialer Hub“. Sie ist gleichzeitig ein Ort der Erholung, informeller Begegnungen bei Kaffee und ein Raum, in dem spontane Gespräche zwischen Abteilungen entstehen. Ihr Design bleibt der Ästhetik des Projekts treu: matte, minimalistische Fronten, geometrisches Fliesenmuster und eine Insel aus dunklem Stein bilden eine stimmige, elegante Komposition. Holzboden und weiche Sitzmöbel wärmen den Raum und gleichen die Sterilität der Laborinspirationen aus.
– Es war uns wichtig, dass das Büro nicht ablenkt. Jedes Element – von der Anordnung der Besprechungsräume bis zur Farbgebung – wurde so gestaltet, dass es Konzentration und Ordnung im Raum unterstützt – betont Marta Konarska, Hauptdesignerin des Exact-Büros.
Ergänzend zum Funktionslayout ist ein multifunktionaler Wellness-Raum – ein ruhiger, intimer Bereich, der als Erholungsraum, Mutter-Kind-Zimmer und Ruhebereich dient. Das ist eine Lösung, die das psychophysische Wohlbefinden der Mitarbeitenden reell unterstützt.
Die Ästhetik der Präzision in der Bürogestaltung
Die Hauptinspirationsquelle der TDG-Architekten für das Exact-Büroprojekt war die Laborumgebung – ihre Funktionalität und Sauberkeit. Daher dominieren im Raum rohe, aber gleichzeitig elegant ausgeführte Elemente wie Edelstahl oder Glaswände mit abgerundeten Ecken. Alles mit chirurgischer Genauigkeit gestaltet, bei gleichzeitiger Wahrung von Gleichgewicht und ästhetischer Disziplin.
Die minimalistische Palette – basierend auf Grautönen, Weiß und Schwarz – wurde als kompositorischer Rahmen behandelt. Die TDG-Architekten schöpften aus ihr das volle Potenzial, indem sie mit subtilen Unterschieden in Texturen, Tönen und Reflexionen arbeiteten. Die Sterilität wurde durch die Wärme der Oberflächen und weiches Licht ausgeglichen, was eine Atmosphäre der Konzentration schuf.
– Minimalismus bedeutet in diesem Fall keine Kälte. In diesem Projekt gibt es Ruhe und Ordnung, aber auch Freundlichkeit. Es ging darum, einen Ort zu schaffen, an dem man sich konzentrieren, aber auch wohlfühlen kann – ergänzt Natalia Sztandor, Hauptdesignerin des Exact-Büros.
Auf der symbolischen Ebene fehlen auch subtile Bezüge zur Markenidentität nicht. Das Motiv des Buchstabens „X“ – der im Firmennamen vorkommt – wurde in das Projekt eingebettet, u. a. durch die Anordnung der individuellen Beleuchtung, die in die akustischen Deckenbaffles integriert ist. Die Custom-Leuchten unterstreichen das Branding, aber auf eine nicht aufdringliche Weise – konsistent mit der eleganten Disziplin des gesamten Projekts.
Im Dienst von Effizienz und Flexibilität
In einem Büro, das mit Blick auf Konzentration gestaltet wurde, spielt die Akustik eine entscheidende Rolle. Im gesamten Büro wurde akustischer Sprühputz eingesetzt – sichtbar u. a. im Eingangsbereich, in den Verkehrsflächen, Open Spaces, der Rezeption und der Kantine. Zusätzlich gibt es akustische Inseln und Deckenbaffles, die den Lärm reduzieren und die Arbeitsqualität in Gemeinschaftsbereichen verbessern. Jedes dieser Elemente ist ästhetisch in das Design integriert und stört dessen visuelle Disziplin nicht.
Darüber hinaus funktioniert das Büro nach dem Clean-Desk-Modell – ohne zugewiesene Arbeitsplätze. Den Mitarbeitenden steht ein System von Schließfächern zur Verfügung, die mit einer Magnetkarte geöffnet werden und in den Open-Space-Bereichen verteilt sind. In den Workshopräumen wurden mobile Flip-Top-Tische eingesetzt, die eine flexible Raumkonfiguration ermöglichen – je nach Art des Treffens.
Büroraum mit Blick auf die Zukunft
Das Büroprojekt von Exact Sciences von The Design Group zeigt, dass bewusstes Design Einschränkungen in Werte verwandeln kann.
– Wir haben unter sehr restriktiven globalen Vorgaben und mit Fernmanagement des Prozesses gearbeitet, und dennoch ist es gelungen, einen funktionalen, akustisch ausgereiften und visuell mit der Markenidentität kohärenten Raum zu schaffen – fasst Konrad Krusiewicz zusammen.
Es ist ein Raum, der nicht durch seine Form beeindruckt, sondern Konzentration und Effizienz unterstützt – genau so, wie es der Charakter der Arbeit einer auf präzise Diagnostik spezialisierten Organisation erfordert.
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist nicht nur eine realisierte Fläche, sondern auch eine Fortsetzung – Exact Sciences hat sich entschieden, The Design Group mit der Planung der nächsten Büroentwicklungsphase zu beauftragen. Das ist der beste Beweis dafür, dass Qualität, Kompetenz und das Verständnis von Kontext langfristigen Wert haben.
