Das neue Warschauer Mosaik. Wird es eine unterbrochene Tradition wiederbeleben?

Ein Mosaik muss nicht mehr entdeckt, renoviert und historisch sein, verlagert oder rekonstruiert werden. Es kann zeitgenössisch und entworfen sein, sogar ein bisschen frech und eklektisch. Der Trend zum neuen Warschauer Mosaik ist die Fortsetzung einer unterbrochenen Tradition, aber auch eine Verbeugung vor ausdrucksstarken Innenräumen, deren Einrichtung sich nicht jede Saison ändert.

Die Erforschung der Grenzen von Material und Handwerk durch Aleksandra Zawistowska

Bis man vor der Aufgabe steht, Quadratmeter mit Tausenden von Elementen zu füllen, ist man sich nicht bewusst, wie viel körperlichen Einsatz und Präzision eine solche Arbeit erfordert – sagt Aleksandra Zawistowska, die an die Erstellung von Mosaiken wie an ein Experiment in einem neuen, unbekannten Maßstab herangeht. – Man hat vor sich eine riesige Leinwand, man kann beliebige Materialien, Techniken, Methoden des Teilens und Verbindens verwenden. Das kann Stein, Glas, Keramik, Kunststoffe sein, die zerbrochen, geschnitten, aus einer Tube gepresst oder gespachtelt werden können – sagt sie. Ihre Warschauer Realisierung ist ein Mosaik im Büro des Unternehmens Sanofi. Zur Mitarbeit am Projekt lud das Architekturbüro The Design Group die Künstlerin ein.

Fot. archiwum prywatne A.Zawistowska

Das Arbeiten im sterilen Büro eines Pharmaunternehmens musste die Grundsätze des umgebenden Raums übernehmen – glatt, präzise und perfektionistisch sein. Und erst innerhalb dieser kontrollierten Form frei und überraschend werden – durch Änderungen von Rhythmen, Farben, Texturen und Materialien. – Eine Herausforderung dieser Realisierung war auch die Abkehr von meinen typischen Farben und die Einpassung in die Farben des Architekturprojekts, wie Violett, Blautöne, Orange – sagt die Autorin und erklärt, dass sie Kreativität in scheinbar kleinen Entscheidungen, den aufeinanderfolgenden Prozessphasen, im tiefgehenden Erlernen des Handwerks fand. – Ich entschied mich für eine Kombination aus Keramik mit handgefertigten Glaselementen aus einer Glashütte. Und am Ende verwendete ich eine Verfugung in mehreren verschiedenen Farben.

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Fot. archiwum prywatne A.Zawistowska

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